Mehrere Personen stehen vor einem Blumenbeet in einem großen Gewächshaus einer Gärtnerei.
Beim Rundgang auf dem Biolandhof-Gelände: Frank Nikutta (Pers. Referent der Landesdirektorin), Dirk Oßwald (Vorstand Lebenshilfe), Susanne Simmler (LWV-Landesdirektorin), Thomas Geißenhöner (Mitarbeiter Biolandhof), Natalie Eckhardt (Biolandhof), Lebenshilfe-Gabi Mehmet (Bereichsleitung „Beraten und Unterstützen“) sowie Crescenza Modugno (Assistenz des Lebenshilfe-Vorstands).

Inklusion mit allen Sinnen

LWV-Landesdirektorin informiert sich über gelingende Teilhabe in der Öko-Landwirtschaft

Kürzlich besuchte Susanne Simmler, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbands (LWV) Hessen, verschiedene Einrichtungen der Lebenshilfe Gießen. Unter dem Motto „Herausfordernde Klienten in herausfordernden Zeiten stand der Vormittag ganz im Zeichen eines intensiven Austauschs über gelingende Teilhabeangebote für Menschen mit Behinderungen.

Den Auftakt machte ein Besuch der Besonderen Wohnform für Autisten in der Rödgener Straße in Gießen. Nach einem Rundgang durch die Einrichtung, den Einrichtungsleiterin Annalena Holtgrefe begleitete, bekam die LWV-Landesdirektorin ein von den Bewohnerinnen und Bewohnen eigens angefertigtes Kunstwerk überreicht. Im anschließenden Gespräch konnte die Leiterin des Lebenshilfe-Teilhabemanagements, Dilek Akyüz, zentrale Herausforderungen aus der Praxis zur neuen Leistungs- und Finanzierungssystematik (LFS) schildern – darunter den hohen Verwaltungsaufwand, offene Kostenzusagen und die komplexe Bearbeitung von Personenzentrierten Teilhabeplänen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass die personenzentrierte Bedarfsermittlung unverzichtbar bleibt und bereits positive Entwicklungen bei den Teilhabeleistungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf angestoßen hat.

Die nächste Station war der Besuch der Biolandhof-Gärtnerei der Lebenshilfe in Großen-Buseck. Nach einer kurzen Fahrt in einem Oldtimer der Lebenshilfe-Spendenaktion (www.oldtimerspendenaktion.de) wurde Susanne Simmler unter anderem von Lebenshilfe-Vorstand Dirk Oßwald, Bereichsleiterin (Beraten und Unterstützen) Gabi Mehmet, Natalie Eckhardt (Biolandhof) und weiteren Mitarbeitenden herzlich begrüßt.

ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT UND INKLUSIVE ARBEITSPLÄTZE

Bei einem Rundgang über das weitläufige Gelände erhielt die Landesdirektorin Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche des Hofs. Biolandhof-Mitarbeiter Thomas Geißenhöner führte sie durch die Gewächshäuser, erläuterte Anbauweisen nach Bioland-Richtlinien und schilderte seine eigenen Aufgaben. Dabei wurde deutlich, wie hier moderne ökologische Landwirtschaft und inklusive Arbeitsplätze miteinander verbunden werden und mit viel Herzblut und Engagement an der Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe gearbeitet wird.

Im Anschluss besichtigte Simmler ein Einzelbetreuungsprojekt auf dem Biolandhof-Gelände, das erst vor wenigen Wochen in die Trägerschaft des LWV übergegangen ist. Dieses ermöglicht einer Klientin mit besonders hohem Unterstützungsbedarf, individuelle Begleitung und im geschützten Rahmen Selbstwirksamkeit und soziale Teilhabe zu erleben. Dazu gehören auch Einkäufe am Verkaufsstand des Biolandhofes, der jeden Dienstag und Donnerstag (9 bis 15 Uhr) geöffnet ist.

VIELFALT DER PRODUKTE, FRISCH AM MARKTSTAND

Zum Abschluss machte die Delegation Station am Marktstand des Hofs. Dort durfte Susanne Simmler sich von der frischen Ernte überzeugen und erhielt einen prall gefüllten Gemüsekorb als Zeichen der Verbundenheit. „Inklusion mit allen Sinnen“, so ihr Fazit, nachdem sie die Vielfalt der Biolandhof-Produkte selbst erfahren hat.

Beeindruckt zeigte sich die LWV-Landesdirektorin zudem von der Verbindung aus Landwirtschaft, Inklusion und Regionalität: „Bei diesem tollen Wetter jetzt auf dem landwirtschaftlichen Hof zu sein und zu sehen, wie Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden, die Freiräume bieten, aber auch gleichzeitig eine Tagesstruktur – das überzeugt und ist das, was unser aller Ziel ist. Der Biolandhof Buseck zeigt der Öffentlichkeit auf, wie Inklusion funktioniert.“

Auch Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, betonte die Bedeutung des Besuchs: „Wir freuen uns sehr, dass Frau Simmler sich persönlich ein Bild von unserer Arbeit gemacht hat. Der Biolandhof in Großen-Buseck steht beispielhaft dafür, wie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam hochwertige Produkte erzeugen und dabei voneinander lernen können. Die Anerkennung durch den LWV ist für unsere Mitarbeitenden und Beschäftigten eine wertvolle Bestärkung.“

Seit mehr als 30 Jahren ist der Biolandhof Buseck Bioland-zertifiziert. Er bietet nicht nur frisches Gemüse und Obst aus eigenem Anbau, sondern auch sinnstiftende Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Die Produkte, aber auch Geschenkgutscheine sind sowohl direkt am Hof als auch auf den Wochenmärkten in Gießen und Grünberg erhältlich. Ferner können Kunden den Gutschein auch im Webshop der Lebenshilfe erwerben: www.lebenshilfe-giessen.shop.

KREATIVES TEILHABE-ANGEBOT DER TAGESFÖRDERSTÄTTE „PROSA“

Nach ihrem Aufenthalt in Buseck setzte Susanne Simmler ihren Besuch fort und machte außerdem Station in der Tagesförderstätte „Prosa“ der Lebenshilfe in Pohlheim-Garbenteich. Dort lernte sie eine Gruppe von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung kennen, die im Rahmen eines besonderen Schreibprojekts unterstützt werden. Auch hier stand der Austausch über individuelle Betreuungskonzepte und kreative Teilhabe-Angebote im Mittelpunkt.

Das Foto zeigt die graue Aussenfassade eines Gebäudes. Ein typischer 80er-Jahre-Bau.
In der Tagesförderstätte „Prosa“ in Polheim-Gabenteich werden Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung unterstützt. (Foto: Lebenshilfe Gießen)

Mit ihrem Besuch würdigte Landesdirektorin Simmler die vielfältigen Angebote und den Einsatz der Lebenshilfe Gießen und zeigte sich überzeugt, dass Einrichtungen wie der Biolandhof Buseck ein starkes Signal für gelebte Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe senden.

Weitere Informationen auf www.biolandhof-buseck.de und auf www.lebenshilfe-giessen.de

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