LWV-Mitarbeiterin Judith Wege steht mit Björn Schneider vom Selbstvertretungs-Rat der Lebenshilfe Frankfurt vor einer Tafel mit Bildern zur Leichten Sprache.
Vorstellung des PiT 2026 in Leichter Sprache: LWV-Mitarbeiterin Judith Wege mit Björn Schneider vom Selbstvertretungs-Rat der Lebenshilfe Frankfurt.

Reger Austausch über den neuen PiT

Die Ermittlung des Bedarfs wird einfacher und verständlicher

Wie der weiterentwickelte „PiT 2026“ aufgebaut ist, wollte der LWV bei zwei Veranstaltungen Ende Januar im Ständehaus in Kassel an Selbsthilfeorganisationen, Interessenvertretungen, Einrichtungsbeiräte und Werkstatträte weitergeben – mit der Absicht, in einen intensiven Austausch über den PiT zu kommen sowie die Anregungen und Ideen der Gäste einzubeziehen. Die Veranstaltungen fanden in bürgerfreundlicher und leichter Sprache statt. 

Worum es im Kern ging, wurde klar, als die Folie „Übersichtlichkeit“ gezeigt wurde: Deutlich war erkennbar, dass das Bedarfsermittlungsinstrument PiT sehr „abgespeckt“ worden ist. Statt bislang 18 Punkten, die im alten PiT bearbeitet werden mussten, sind es im neuen nur noch sechs.

Diese Reduzierung ist eines der Ergebnisse der Weiterentwicklung des PiT, die Barbara Hilbert am ersten Veranstaltungstag in bürgerfreundlicher Sprache und Judith Wege (beide LWV-Funktionsbereich Grundsatz Bedarfsermittlung) am zweiten Tag in Leichter Sprache vorstellten. Dieser Prozess der Weiterentwicklung war 2024 aufgenommen worden, als klar wurde, dass der PiT noch nicht praktikabel genug ist. Damals hatte der LWV zum ersten Mal Menschen mit Behinderung eingeladen, um ihre Wünsche und Anregungen in die Weiterarbeit einzubeziehen.

LEICHT VERSTÄNDLICHE ERKLÄRUNG GEPLANT

Bei den Veranstaltungen im Januar ging es nun zum einen darum, diese Ergebnisse vorzustellen, zum anderen, ein weiteres Projekt voranzubringen. Das LWV-Team plant in einem weiteren Schritt, gemeinsam mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen eine leicht verständliche Erklärung zum PiT zu erarbeiten. Diese soll dann auf der Lernplattform der LWV-Internetseite zur Verfügung gestellt werden.

In den beiden Veranstaltungen warb das LWV-Team um Mitarbeit an diesem Projekt und konnte sich über die große Aufgeschlossenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen, hieran mitzuwirken. Denn eines ist klar: Der neue PiT ist schon besser geworden, „aber leicht ist er noch nicht“, räumte Judith Wege am zweiten Vortragstag gegenüber ihren Zuhörinnen und Zuhörern ein. Es gebe weiterhin notwendige schwere Begriffe, die sich nicht von selbst erklären würden. Diesen Punkt brachte auch Björn Schneider vom Selbstvertreter-Rat der Lebenshilfe Frankfurt in seinem Wortbeitrag zur Sprache: „Der PiT ist nicht in Leichter Sprache geschrieben. Wir müssen viele Inhalte mehrfach aufschreiben. Das ist schwierig.“ (siehe auch den Beitrag über die LWV-Veranstaltung in Leichter Sprache auf der Internetseite der Lebenshilfe).

ZIEL IST EIN BARRIEREARMER PIT

Auch wenn der PiT immer im Gespräch zwischen der Person mit Behinderung und einer den Bedarf ermittelnden Person eines Leistungserbringers oder des LWV Hessen entsteht, soll es für jeden Menschen möglich sein zu verstehen, was im PiT aufgeschrieben wird. Ziel dabei ist, ein Instrument ohne große Barrieren mit verständlichen Erläuterungen zu erarbeiten, die möglichst alle verstehen. So soll eine größtmögliche Selbstbestimmung erreicht werden.

An beiden Tagen gab es etliche Fragen und rege Diskussionen zu einzelnen Punkten des PiT, aber auch darüber hinaus. Wann es denn losgehe mit dem neuen Pit, wollten einige wissen. Geplant ist, dass der PiT Ende Februar freigeschaltet wird und die ersten Exemplare ausgefüllt werden können.

Am regen Gespächsverlauf ließ sich das große Interesse der beteiligten Personen ablesen. Es zeigte sich indes auch in einer Rückmeldung im Nachgang der Veranstaltung. In einer E-Mail schrieb eine Teilnehmerin: „… Wir freuen uns Teil einer Arbeitsgruppe zu sein.“ Zudem gab es weitere positive Rückmeldungen, zum Beispiel dazu, dass die Menschen mit Behinderung direkt angesprochen worden sind.

Maren Grimm, Leiterin des LWV-Fachbereichs Steuerung, die die insgesamt über 30 Gäste in beiden Veranstaltungen begrüßt hat, zog eine positive Bilanz: “Das war ein gelungener Start des Projektes und ich bin heute sicher, dass wir den intensiven Austausch fortsetzen werden.“

HINTERGRUND: DER PIT ALS INSTRUMENT DER BEDARFSERMITTLUNG

Menschen, die vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten oder neu beantragen, haben ganz unterschiedliche Ziele und Wünsche – je nach ihrer Behinderung und ihren persönlichen Lebensumständen. Um diese individuellen Bedarfe herauszufinden und die finanzielle Unterstützung dafür festzuschreiben, gibt es den Personenzentrierten integrierten Teilhabeplan (PiT). Der PiT ist das zentrale Instrument des LWV Hessen zur Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung von Menschen mit Behinderungen – und dieses ist jetzt weiterentwickelt worden: weniger komplex, übersichtlicher und besser zu handhaben.

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