Vier Frauen schauen auf eine Showdown-Spielplatte,. LWV-Mitarnbeiterin Birgit Riester hat einen flachen Schläger in der Hand und eine Brille auf und zeigt, wie gespielt wird.
LWV-Mitarbeiterin Birgit Riester demonstrierte vorm LWV-Infostand, wie ihre Sportart Tischball/Showdown gespielt wird. Viele Gäste des inklusiven Sportfestes waren interessiert und probierten auch selbst mal aus. (alle Fotos: LWV-Öffentlichkeitsarbeit)

Mit Sport und Bewegung Inklusion erfahrbar machen

LWV beim Sportfest für ALLE in Kassel mit dabei

Es gab zwar auch Medaillen – für die Mädchen und Jungen, die bei der Kinderolympiade mitgemacht hatten. Aber der echte Gewinn des Sportfestes für ALLE – KASSEL INKLUSIV! gestern im Auestadion war das bunte, inklusive Miteinander von mehreren Tausend Menschen, so die angegebene Besucherzahl von der Stadt Kassel und dem Sportkreis Region Kassel als Veranstalter. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung begegneten sich auf Augenhöhe beim 5. Fest dieser Art für Inklusion und Integration. Egal, welchen Alters, alle hatten gemeinsam Spaß beim Entdecken und Ausprobieren von rund 140 Bewegungsangeboten und Mitmach-Aktionen bei strahlendem Sonnenschein.

Mit dabei war der Landeswohlfahrtsverband Hessen mit einem Infostand, vor allem aber der Inklusions-Sportart Tischball, die, weil von einem Kanadier für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt, offiziell Showdown genannt wird. Birgit Riester, die blind ist und als Juristin beim LWV arbeitet, präsentierte die Sportart gemeinsam mit ihrem sehenden Sohn Jonas Riester und Deniz Kürtoglu. Alle drei üben ihren Sport über die Behindertensportgemeinschaft (BSG) Kassel aus, absolvieren Liga-Spiele und besuchen Turniere im In- und Ausland.

Andreas Winkel, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, war bei dem Sportfest für Vielfalt und Inklusion im Auestadion zu Gast: „Ich finde es super beeindruckend, dass diese Veranstaltung an diesem prominenten Ort stattfindet.“ Von Anfang an, vor fünf Jahren, sei er schon bei dem Event dabei gewesen. „Dieses Fest, so wie es sich entwickelt hat, übertrifft alles, was ich aus Hessen kenne,“ so seine Worte und er betonte: „Sport und Inklusion sind für unsere Landesregierung ein ganz wichtiges Thema.“ 

„Wir wollen mit diesem Fest, dass Inklusion erfahrbar wird“, hatte Kassels Oberbürgermeister und Schirmherr Dr. Sven Schoeller zuvor bei der offiziellen Eröffnung die Zielsetzung der Veranstalter benannt. Sein Appell: Noch mehr Vereine aus der Region sollten sich dem Inklusionssport öffnen, prüfen, ob sie ein Angebot machen könnten für gemeinsame Bewegungsangebote, die alle Menschen verbinden, egal welcher Herkunft oder mit einer Beeinträchtigung. Er verweis auf finanzielle Fördermöglichkeiten durch die Stadt und den Sportkreis für solche Angebote.

„Schauen Sie sich um, entdecken Sie Neues, machen Sie mit“, hatte Alem Andezion als federführender Organisator (Sportamt Kassel) die Besucherinnen und Besucher animiert. Bernd Klenke vom Sportkreis Region Kassel betonte: „Sport verbindet und Teilhabe gehört allen.“ Das Sportfest im Auestadion solle Menschen zusammenbringen, Barrieren abbauen und Teilhabe stärken.

LWV-STAND MIT SPORTART SHOWDOWN DABEI

Die Sportart Tischball/Showdown ist nicht nur so schnell und spannend wie Tischtennis. Sie ist vor allem eine Inklusionssportart par excellence für Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung. Die Showdown-Spielplatte vor dem LWV-Infostand weckte so viel Neugier, dass viele, die vorbeischlenderten, diese Sportart ausprobieren wollten.

Birgit Riester, Jonas Riester und Deniz Kürtoglu erklärten die Spielregeln und wozu die schwarzen Brillen da sind, die sehende Spieler aufsetzen: die Sportart Showdown wird „blind“ gespielt, dafür wird ein rasselnder, mit Metallstiften gefüllter Plastikball, etwas größer als ein Tischtennisball, mit länglichen Schlägern zwischen den Spielern hin und her gespielt. Wie bei einem Tischkicker gibt es auf jeder Seite ein Tor, das der Gegner treffen muss, um Punkte zu erspielen. Am Rasseln hören die Aktiven, wohin der Ball rollt.

Fast immer dicht umlagert: die Showdown-Platte vorm LWV-Infostand – eine inklusive Sportart,
die auf den ersten Blick wie Tischtennis anmutet,
genauso schnell gespielt wird, aber doch anders ist.

Für die LWV-Mitarbeiterin Birgit Riester, die vor einigen Jahren die Deutsche Meisterschaft in dieser Sportart gewonnen hat und mehrfache Hessenmeisterin ist, ist das Faszinierende an ihrer Sportart, dass das Sehen keine Rolle spielt. „Die schwarze Brille sorgt für gleiche Bedingungen für beide Sportler an der Platte, egal ob jemand sehend, sehbehindert oder blind ist.“ Ein Inklusionssport, bei dem Gleichwertig-Sein Programm ist. So, wie dies auch beim Sportfest für ALLE – KASSEL INKLUSIV! Programm war.

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